Home > Allgemein > Christa Gabriel als Kasteler Ortsvorsteherin im Amt bestätigt
Neujahrsempfang

KASTEL – Für Menschlichkeit und Toleranz hat Ortsvorsteherin Christa Gabriel (SPD) in ihrer Antrittsrede bei der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirats geworben. Kastel sei ein gutes Pflaster für alle, die kämen und in Frieden leben wollten, unabhängig von Herkunft und Religion. Man dürfe sich nicht aufhetzen lassen oder dem Populismus ergeben. Der Ortsbeirat bestätigte Christa Gabriel mit einer Zweidrittel-Mehrheit mit zehn Ja-Stimmen im Amt.

Leere Stimmzettel

Die Zahl der Gegenstimmen betrug drei, die geheim durchgeführte Wahl war von abwertend gemeinten Gesten begleitet. Zwei Beiratsmitglieder gaben einfach leere Stimmzettel ab, von denen zunächst unklar war, wie sie gewertet werden, als ungültige Stimmen oder als Enthaltung. Die Geschäftsordnung tippe auf Enthaltung, hieß es, nachdem Hartmut Bohrer (AUF) auf Differenzen zwischen den Inhalten von Stimmzetteln und dem Protokoll hingewiesen hatte. CDU und FDP haben zusammen fünf Sitze. Nominiert wurde die Ortsvorsteherin von SPD und AUF. Geleitet wurde die Abstimmung von Alterspräsident Alexander Schwab (SPD). Ob sie die Wahl annehme? Ja, gerne, erwiderte Christa Gabriel. Stellvertretender Ortsvorsteher wurde Hartmut Bohrer (AUF). Er erhielt elf Ja- und vier Nein-Stimmen.

Kastel sei ein guter Ort für Jung und Alt, sagte die Ortsvorsteherin nach der Wahl. Die Bürger sollten sich stärker in Entscheidungen einbringen. Die Kommunalwahl habe gezeigt, dass einige von ihnen offenbar mit dem Umsetzen von Themen durch die etablierten Parteien nicht zufrieden gewesen seien. Der Ortsbeirat lasse sich von dem Gedanken leiten alle Entscheidungen transparent und nachvollziehbar zu machen. Fatalismus mit Blick auf das Schicksal von Flüchtlingen dürfe man nicht akzeptieren. Es sei schlimm, dass Menschen Schlauchboote bestiegen im Wissen um das Risiko, auf dem Meer den Tod zu finden.

Die nächsten Arbeitsziele

In der Antrittsrede gab die Ortsvorsteherin der Stadtteilvertretung einige Arbeitsziele für die nächsten fünf Jahre auf den Weg. Der Ortsbeirat werde sich für die Schulen einsetzen, für die Sanierung von Leuschner- und Stresemannschule sowie für eine Wiedereröffnung der gymnasialen Oberstufe an der IGS Kostheim. Er sei Ansprechpartner für die Wirtschaft in Kastel als einem Standort von innovativen Firmen mit vielen Arbeitsplätzen. Die lebendigen Vereine mit einem reichhaltigen Sportangebot seien unentbehrlich, ihre Jugendarbeit sei von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung. Auch die Kirchen mit ihrer ökumenischen Zusammenarbeit seien wichtige Faktoren im Stadtteil. Kastel biete allen ein gutes Fundament, das erweitert werden solle und auf dem man aufbauen könne.

Kommunalpolitik solle Spaß machen, mit einer engagierten Diskussionskultur, die das Wohl des Stadtteils im Blick habe, sagte die Ortsvorsteherin. In der konstituierenden Sitzung vergab der Ortsbeirat weitere Positionen. In der Finanzkommission, einer Art Clearingstelle, in der die Ortsbeiräte von Amöneburg, Kastel und Kostheim Haushaltsfragen besprechen, arbeiten Klaus Beuermann und Josef Kübler (beide SPD), Hartmut Bohrer (AUF) sowie Andre Weck (CDU) und Jutta Deusser-Bettin (FDP). Als Integrationsbeauftragte wählte der Ortsbeirat Fidan Sem. Die Wahl eines Stadtteil-Jugendbeauftragten wurde vertagt.

Keine Rolle spielte bei der Ortsbeiratssitzung die Kontroverse um die Nominierung von Ortsvorsteherin Gabriel durch die SPD als Stadtverordnetenvorsteherin. Am Montag hatte die SPD-Stadtverordnetenfraktion ihre Kandidatur einstimmig bestätigt. Sie will sich bei allen Fraktionen im Rathaus vorstellen, die das wollen.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz / Von Wolfgang Wenzel 21.04.2016

http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/amoeneburg-kostheim-kastel/christa-gabriel-als-kasteler-ortsvorsteherin-im-amt-bestaetigt_16828157.htm