Home > Allgemein > Neujahrsempfang in Kastel: Beachtliches Engagement für Flüchtlinge
Neujahrsempfang

KASTEL – Für Flüchtlinge haben leitende SPD-Kommunalpolitiker beim Neujahrsempfang in der Ortsverwaltung Partei ergriffen. Auch wenn einem mulmig werde angesichts der großen Zahlen, man dürfe sich nicht aufhetzen lassen. Das seien keine potenziellen Verbrecher, sie wollten auch niemandem etwas wegnehmen. Schwarze Schafe gebe es überall, und die gehören bestraft, sagte Ortsvorsteherin Christa Gabriel (SPD). Wer aber glaube, dass eine Million Menschen ohne Schwierigkeiten integriert werden könnten, sei auf den Augen blind und auf den Ohren taub, sagte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD).

Kastel werde in diesem Jahr 1500 Asylsuchende zählen. Das entspräche nicht der Wiesbadener Linie für eine dezentrale Unterbringung. Die schiere Menge der Flüchtlinge zwinge jedoch dazu, diesen Weg zu gehen, sagte Gerich. Hoffentlich schieße niemand, wie unlängst in Dreieich geschehen, mit dem Luftgewehr auf die Fenster von Flüchtlingsunterkünften. Falls dies geschehe, müsse die Solidarität ausreichen, um den Täter an den Pranger zu stellen. Der Umgang der Kasteler mit den Flüchtlingen sei von Willkommenskultur bestimmt, das Miteinander von einer unglaublichen Solidarität. Er könne den Kastelern dafür nur Danke zurufen. „Ihr seid nette Leute“, sagte Gerich.

Es gebe einen Runden Tisch, vor dessen Engagement für Asylsuchende sie den Hut ziehe, fügte Ortsvorsteherin Christa Gabriel an. Hetze gegen Flüchtlinge dürfe nicht salonfähig gemacht werden. Im Hinblick auf die anstehenden Wahlen wäre es ratsam, die Parteiprogramme auf Demokratieverständnis und den Inhalt zu prüfen und nicht jemanden deswegen zu wählen, weil er fremdenfeindliche Parolen verbreite.

Der Neujahrsempfang war prominent besucht, die Ortsvorsteherin erklärte die OBs Sven Gerich und Michael Ebling aus Mainz zu ihren beiden „Lieblingsoberbürgermeistern“. Es sei ihr fünfter und vielleicht letzter Empfang, sagte Christa Gabriel im Hinblick auf den Wahltag. Viele der über 80 Gäste quittierten das mit einem erstaunten Raunen. Ein dritter Redner war der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Claus-Peter Große (Grüne) als ein erklärter Kastel-Anhänger. Der Strand auf der Rheinpromenade sei seine persönliche Cote d‘ Azur, sagte er. Eine bessere Anbindung der Rheinpromenade an den Stadtkern und der Bau von Wohngebieten auf den großen militärischen Konversionsflächen seien wichtige städtebauliche Ziele.

Zweites Hauptthema beim Neujahrsempfang war der Bau eines gemeinsamen neuen Bürgerhauses für Kastel und Kostheim. Mit dem Grundsatzbeschluss des Stadtparlaments sei dieses Projekt weder finanziert noch gebaut, sagte OB Gerich. Für ihre Entscheidung habe die Stadt einen unüblichen Weg gewählt und zunächst die Bürger sowie die Gremien in den Orten befragt, bevor im Rathaus ein Entschluss gefasst worden sei. Wegen dieses Vorgehens habe es kritische Stimmen gegeben. Er bedankte sich bei den beiden Stadtteilen, dass sie sich auf dieses Verfahren eingelassen hätten. Ein gutes Ende bei diesem Vorgehen sei alles andere als sicher gewesen.

Drittes Thema war die Restaurierung des Erbenheimer Wartturms. Der Mainzer OB Michael Ebling als Hausherr des historischen Bauwerks am Fort Biehler sprach von Kosten von 200 000 Euro für eine Rekonstruktion des Dachs. 2016 könnte es losgehen.

Quellenangabe:

Text: Wiesbadener Kurier / Wolfgang Wenzel www.wiesbadener-kurier.de

http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/wiesbaden/stadtteile-wiesbaden/kastel/neujahrsempfang-in-kastel-beachtliches-engagement-fuer-fluechtlinge_16526241.htm Neujahrsempfang in Mainz-Kastel